Kirche & Kapelle

Pfarrkirche St. Kosmas und Damian

Die Pfarrkirche St. Kosmas und Damian liegt an der Escher Straße Ecke Hackenbroicher Straße und ist täglich von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

Aus der Baugeschichte

Dank gilt Josef Wißkirchen vom Verein für Geschichte e.V. für die Recherche des folgenden Beitrags.

Die katholische Pfarrkirche in Pulheim blickt auf tausend Jahre Baugeschichte zurück. Aus einer kleinen turmlosen Saalkirche entstand in Mittelalter und früher Neuzeit eine dreischiffige Basilika mit einem reich gegliederten, sehr schönen spätromanischen Westturm aus dem 12./13. Jahrhundert. Die erhaltene abgebildete Bauzeichnung aus dem Jahr 1882 zeigt sie in der damaligen Gestalt.

1885 wurde diese historisch gewachsene Kirche durch einen großen Erweiterungsbau im neuromanischen Stil nach Plänen von August Lange und Franz Schmitz erheblich vergrößert. Der Chor wurde abgerissen und dem Langschiff ein breites Querhaus und ein neuer Chor mit Rundapsis vorgelagert, so dass der Grundriss die Form eines Kreuzes annahm, dessen Schnittpunkt als axial gestrecktes Achteck ausgebildet war, über dem sich eine mächtige Kuppel wölbte.

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Die Barbara-Kapelle | ein Pulheimer Kleinod

In der Nähe der Pulheimer Pfarrkirche St. Kosmas und Damian steht an der Venloer Strasse am Rande eines ehemaligen Friedhofs, der heute als Grünfläche gestaltet ist, die Barbara-Kapelle, ein kleines jedoch bemerkenswertes Bauwerk. Der alte Backsteinbau mit achteckigem Grundriss ist verputzt und trägt ein glockenförmige Schieferdach mit einer Haube (Laterne) darüber. Früher befand sich unter dem hölzernen Vordach zur Venloer Strasse hin eine Bauinschrift mit der Jahreszahl 1686, jedoch ist unsicher, ob diese Angabe zutrifft. Da Weihe-Nachrichten aus der Zeit um 1700 vorliegen, dürfte der Bau aus dieser Zeit stammen.

Zwei seitlich gelegene Eingänge führen nach innen, was auf die Funktion als Wallfahrtskapelle hindeutet. Die Entstehung verdankt die Kapelle einer Legende. Dies führte bald zu Wunderheilungen, so dass im 18. Jahrhundert stark besuchte Wallfahrten nach Pulheim einsetzten. Zum Barbarafest am 4. Dezember fand jeweils ein großer Vieh- und Krammarkt statt, der den Bewohnern des Umlandes auch zum Einkauf von Flachs für das Winterspinnen diente.

Umgestaltungen und Renovierungen erfolgten 1921 und 1924, als die Kapelle nach dem Ersten Weltkrieg unter anderem mit Holztafeln mit den Namen der Gefallenen versehen wurde und Geld für eine Ausmalung, neuen Verputz und neue Fenster gesammelt werden konnte. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kapelle erhebliche Schäden, da die nahegelegenen Gleisanlagen bombardiert wurden.

Wer mehr über die Kapelle lesen möchte, dem seien die Darstellungen von Matthias Bonnesen in den „Pulheimer Beiträgen zur Geschichte und Heimatkunde“, Band 8, 1984, und in der „Sonderveröffentlichung des Arbeitskreises für Geschichte und Heimatkunde e.V.,Gemeinde Pulheim, Die Orte und ihre Denkmäler“ empfohlen. Ferner sei auf den umfangreichen Bildband „Kirchen, Klöster und Kapellen im Rhein-Erft-Kreis“ von Dr. Frank Kretzschmar, Rheinland-Verlag GmbH, Köln, 1984, hingewiesen.

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