Der Gang nach Emmaus

Das Bild (ein Gemälde) zeigt eine moderne Interpretation des Evangeliums vom Gang nach Emmaus (Lk 24) und hängt (falls Sie es mal besuchen möchten) in der Abtei Kornelimünster.

Der Gang nach Emmaus ist eine der wohl bekanntesten Texte, in denen die Bibel von der Begegnung mit dem auferstandenen Christus berichtet: Die Jünger*innen gehen traurig und niedergeschlagen nach Emmaus, als sich ihnen eine dritte Person anschließt, die sich hinterher als der Auferstandene zu erkennen gibt. Als die Jünger*innen die Begegnung reflektieren, bekennen sie, dass ihnen das Herz in der Brust brannte, als sie mit Christus unterwegs waren und sie seine Worte hörten.

Hier auf dem Bild ist der auferstandene Christus nur als Kontur zu erkennen. Er ist auferstanden und gegenwärtig, aber anders, als er zu irdischen Lebzeiten war.

Der Text und das Bild sind auch für unsere Augen und Ohren bestimmt. Sie stellen die Frage an uns: Wo bist Du in deinem Leben dem Auferstandenen oder Gott begegnet und wie hast du ihn erfahren?

Die Antwort können nur Sie selbst geben.

Der Auferstandene hat uns seine Gegenwart in der Feier des Brotbrechens, der Eucharistie zugesagt. Aber tragende und sinnstiftende Gotteserfahrungen sind vielfältig: Möglicherweise vertrauen Sie darauf, dass Gott ihre Worte hört oder sie sich in seiner Liebe geborgen fühlen. Möglicherweise ist Gott für Sie gegenwärtig, wenn Sie die Nähe einer Gemeinschaft (der Menschen als Geschöpfe Gottes) und Solidarität erleben. Vielleicht fühlen sie sich Gott in der Natur nahe und ihr Leben ist von der Glaubensgewissheit geprägt, dass Gott als Schöpfer der Welt in dieser Welt gegenwärtig ist. Vielleicht wünschen Sie sich seinen Segen und seinen Beistand in bestimmten Situationen Ihres Lebens, weil Sie spüren, dass Gott größer als alles und heilend ist. Und möglicherweise trägt sie die Hoffnung nach einem ewigen Leben bei Gott.

In der momentanen Situation könnten wir uns alle selbst fragen: Was hat Ihren Glauben und Ihre Hoffnung und Zuversicht in dieser Zeit aufrechterhalten, in der Sie weitestgehend auf ihr normales Leben verzichten müssen und Gemeinschaft nicht erlebbar und Kirchen geschlossen sind?

Eine lebendige Glaubensgemeinschaft lebt davon, wenn wir unsere (neuen) Glaubenserfahrungen und unsere (gestärkten) Hoffnungen, aber auch unsere Fragen miteinander teilen.

In der Hoffnung, dass uns dieses gelingt und wir im Geist Gottes miteinander verbunden sind wünsche ich Ihnen von Herzen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche. Darin eingeschlossen ganz besonders diejenigen, die Sorgen und Nöte haben oder krank sind,

Ihre Andrea Strickmann, Seelsorgerin

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